Warum ich erotische Literatur schreibe

Lara, warum schreibst du erotische Literatur?

Eine Frage, die mir sehr häufig gestellt wird. Als Autorin habe ich mich schon in den unterschiedlichsten Genre umhergetrieben. Ein Kernelement war immer eine erotische Anziehungskraft aufzubauen. Das habe ich in meinen Sexy Snacks auf die Spitze getrieben. Ihr Markenzeichen sind tabulose Liebesszenen, bezaubernde Figuren und eine angenehme Portion Emotion. Sex ist unser Lebenselexier und ich freue mich mit den erotischen Kurzgeschichten mehr vom Trank der puren Energie in die Welt zu bringen.

Ein Buch brachte mich auf den Geschmack

Es gab dieses eine Buch in meiner Jugend. Darin wartete eine erotische Szene zwischen den Helden auf mich. Und als ich das Buch in den Händen drehte, konnte ich exakt die gleiche Szene aus der Sicht des anderen Protagonisten lesen. Ich war wie elektrisiert von diesem intimen Moment. Vorher hatte ich die beiden durch ihr Kennenlernen begleitet, durch erste Höhen und Tiefen. Ich fieberte mit den Figuren mit. Würden sie es schaffen, zusammen zu kommen? Ich hoffte es so sehr! Und dann geschah es. Sie waren gemeinsam allein. Eine sichere Umgebung, wo nur das Herzrasen in der Brust und die Haut des anderen unter den zitternden Fingerspitzen zählte. Es hat mich umgehauen. Meine erste Erfahrung mit einer erotischen Szene, die mich so sehr packte, dass ich diese Stelle immer und immer wieder las. Die Worte stumpften nicht ab, sie schnitten mir immer wieder in die prickelnde Haut. So war es geschehen. Ich wusste plötzlich, welch Hochgefühl geschriebene Erotik auslösen kann. Dafür musste ich mich nur in die Figuren verlieben und auf ihre Zusammenkunft hoffen. Wenn ich mir diese Szene heute anschaue, sehe ich, wie gut sie geschrieben ist und was es vor Jahren war, was mich so faszinierte. Und damals wie heute habe ich das größte Vergnügen mit Büchern, die mich mit romantischen Beziehungen packen und mit prickelnden Höhepunkten aus den Socken hauen.  

Mein erster Sexy Snack als Experiment

Mein erster Sexy Snacks erblickte dann das Licht der Welt als Experiment. Ich interessiere mich für Bücher aus verschiedenen Genres, solange sie das Prinzip meines ersten Lesehochgefühls erfüllen: Ein Paar trifft und verliebt sich und entlädt alle Spannungen und Dramen in einer gemeinsamen Nacht (oder mehreren). Und während ich mich mit der Zeit durch die verschiedenen Genres schrieb, war eines in meinen Geschichten immer präsent: Das langsame Aufbauen einer erotischen Anziehungskraft. So bekämpfen und lieben sich meine Amazonen in ihrem düsteren Ruhrgebietssetting und meine Ländliche Liebe-Heldinnen erleben ihre sexuellen Abenteuer in der Idylle von Wald und Weinbergen. Auch in meinen Jugendromanen Xamira und dem Feenfuchs nähern sich die Heldinnen ihren ersten Erfahrungen im Bett mit ihrem jeweiligen love interest. Beim Schreiben ist das Herantasten an den Höhepunkt immer der pure Motivator für mich. Nichts hält mich so auf Kurs, wie die Beziehung zwischen der Heldin und dem Objekt (oder den Objekten) ihrer Begierde. Ich liebe es, Sex Szenen zu schreiben, wenn sie einen genussvollen Entstehungsweg haben. In einem Roman nimmt dieser Entstehungsweg einen seichten Anstieg, die Tragödie baut sich parallel auf und je nach Plot kann ich das Feuerwerk des Begehrens auf dem Hoch der Spannung zünden. Aber wie funktioniert das Verstricken des Lesers mit den Begierden der Hauptfiguren, wenn die Geschichte viel kürzer ist? Geht das überhaupt, das zu wollen, was der Held einer Kurzgeschichte will? Ich musste es herausfinden, weil ich die Möglichkeit sah, vielen erotischen Szenarien aus meiner Fantasie einen Körper zu geben. Und so schrieb ich “Shy Fire”. Scarlett, mein schüchterner Einstieg in die Erotik, betrat die Bühne und an ihre Seite stellte ich den attraktiven Firefighter William. Sie sieht ihn, begehrt ihn, verliebt sich sogar Stück für Stück, dann der Kuss, welcher Hitze und Beschämung auslöst, das Tal folgt und Scarlett leidet, doch William überrascht sie mit einer Offenbarung, auch er begehrt sie, will sie. Das Resultat ist das Aufeinanderprallen von Lust und die Entwicklung der schüchternen Protagonistin hin zu einer Frau, die ausprobiert, was ihr an leidenschaftlichen Ideen kommt. Meine Freude war groß, als ich das erste Feedback bekam, dass dieses Format funktioniert. Meine Sexy Snacks hatten zum ersten Mal ihr Gesicht gezeigt. Und ich griff zu, denn die Rezensionen hießen “Heiß”, “Entfesslung der Lust” und “Ich will mehr!”

Ich will auch mehr

Mehr von den Snacks, mehr von der Liebe, die ich zwischen den Protagonisten entspinnen kann. Und mehr von der leidenschaftlichen Energie, die ich damit in die Welt tragen kann. Denn für mich persönlich ist sexuelle Dynamik die höchste Schwingung. Mich trägt Begehren in meine größte Kraft hinein und lässt mich produktiv und fokussiert sein. Das Thema Sex ist einfach mein stärkster Motor. Was ich früh über mich erfahren habe, setzt sich bis heute fort. Nichts fasziniert mich so sehr, wie die Strukturen von Anziehung und Abstoßung zwischen Menschen zu beobachten und in lesbare Szenen umzusetzen. Warum ich Erotik schreibe? Weil es mein größtes Interesse ist. 

Aber ich war nicht immer frei in meinem Kopf

Heute spreche ich frei und offen über meine Gedanken zum erotischen Genre. Aber es war ein Prozess, diese Sicherheit zu erlangen. Vielleicht hatte ich schon früh das Bewusstsein, dass Sex etwas ganz Normales ist, dass es zum Leben dazugehören darf, wie andere Bedürfnisse auch. Dass Sex etwas Gutes und Aufbauendes sein kann. Aber ich habe auch die Schattenseiten erlebt. Unsicherheit, Unlust, Verweigerung und Machtmissbrauch. Schließlich konnte ich vor zwei Jahren noch Hürden überwinden, die ich vorher gar nicht bewusst wahrgenommen hatte. Doch das hat mich schlussendlich befreit und so kann ich über Sex in all seinen Facetten nachdenken und schreiben. Sprechen auch, aber Reden ist im Allgemeinen weniger mein Metier. 

Ich fühle mich in der Erotik angekommen. Darum schreibe ich meine Sexy Snacks. 
 
Gönnen wir uns Energien der Lust.  
 
Weißt du, was dich am meisten antreibt? Was ist dein stärkster Motor?

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