Selbstbefriedigung

Selbstbefriedigung ist der Schlüssel zu so viel Körperpositivität und Selbsterkenntnis. Also, falls du es noch nie ausprobiert haben solltest, dann sieh diesen Artikel gern als Wink vom Universum, es einfach mal zu machen. Es dir zu machen. Eine ganze Welt der Möglichkeiten wird sich dir mit dem Masturbieren eröffnen.

Masturbation schafft nicht nur Nähe zu dir selbst

Selbstbefriedigung bringt dich deinem Körper näher, du erforschst, was du magst, du erfährst, wie deine Klitoris gerne stimuliert wird und wie deine Vulva tickt. Vielleicht bist du aber auch schon total drin in der Masturbation, dann Glückwunsch! Denn auch selbst kreierte Höhepunkte bringen sehr viele positive Wirkungen mit sich:

  • Du kannst den Alltagsstress loslassen
  • Du kommst ganz bei dir an (in deiner Mitte)
  • Du stärkst deinen „Lustmuskel“ (du förderst deine Libido, was dich auch für andere sexuelle Handlungen öffnet)
  • Abends kannst du danach besonders gut schlafen
  • Morgens kannst du danach besonders gut arbeiten
  • Orgasmen stärken deine Kreativität und bringen dich in den Flow, sodass du nach dem Höhepunkt echt ins Erschaffen kommst
  • Du durchlebst deine Fantasien: Wann immer du es dir selbst machst, kannst du besonders tief in deine Welt der sexy Vorstellungskräfte eintauchen. Von einem Partner wirst du vielleicht im Hier und Jetzt gehalten, aber wenn du dich allein auf Reisen begibst, dann kannst du wirklich ganz genau herausfinden, welche Settings dich anmachen (Jahrhundert, andere Welten, Machtstrukturen etc.)

Und dann gibt es bestimmt noch ganz viele weitere Vorteile vom Masturbieren. Kennst du noch welche?

Welcher Sinnestyp bist du?

Wenn du dich gern selbstbefriedigst, hast du vielleicht schon herausgefunden, was dich neben der Stimulation von Klitoris und Umgebung ebenfalls auf Touren bringt. Wie ist das bei dir?

  • Reagierst du besonders auf visuelle Einflüsse? Stehst du darauf, Körper zu sehen? Dann klick dich mal durch sexy Pinnwände auf Pinterest und sammle deine Favoriten unter „sexy stuff“, dann hast du es beim nächsten Mal leichter – ein fertiges Büffet
  • Reicht dir dein eigenes Kopfkino aus? Dann gönn dir den deep dive in deinen Kopf und schwelge einfach in deinen Fantasien
  • Sind deine Ohren besonders empfänglich für sexy Audiomaterial? Dann hör mal bei Femtasy rein oder hole dir ein erotisches Hörspiel (unten findest du eine Hörprobe von meinem „Shy Fire“ oder du hörst dir über meinen Newsletter das Hörspiel zu „The Rabbit’s Kiss“ an)
  • Geschmäcker bringen dich sensuell auf Hochtouren? Dann schlemm dich durch die libidosteigernden Lebensmittel, die ich dir in diesem Blogartikel vorgestellt habe: Lustvolles Essen
  • Gerüche stimulieren deine Lustzentren besonders? Dann lass dir ein Bad ein und tropfe hochwertige ätherische Öle hinein oder massiere deine Brüste, deinen Bauch und deine Vulva mit gutem Kokosöl

Eine individuelle Mischung aus den verschiedenen Punkten ist es wahrscheinlich bei den meisten von uns, die den Spaß bei diesem Spiel bringt.

Welcher Selbstbefriedigungstyp bist du?

Es gibt vermutlich hunderte von Selbstbefriedigungsarten. Magst du es mit einem Wasserstrahl? Schwörst du auf Toys? Magst du Reibung mit Gegenständen oder einfach mit den eigenen Fingern? Und auch mit der Körperposition kannst du experimentieren. Mach es dir mal sitzend (vor dem Spiegel), in Bauchlage oder stehend … Jede Position hat ihre Reize.

Fast jeder Orgasmus ist übrigens klitoral

Auch vermeintlich vaginale Höhepunkte – egal ob mit Partner oder solo bei der Masturbation hervorgelockt – sind mit einer Stimulation der Klitoris in Verbindung zu bringen. Denn die Klitoris ist tatsächlich viel größer, als die kleine Perle im Außen vermuten lässt. Sie ist ein ganzes Sexualorgan, das mehrere „Beine“ hat, und eigentlich bei jeder Stimulation beteiligt ist. Zur Anatomie der weiblichen Sexualität möchte ich aber einen eigenen Artikel machen, hier und jetzt will ich aber schon einmal dazu einladen, dich mit deiner Vulva anzufreunden, falls noch nicht geschehen, und zu schauen, wo ihre Nervenenden überall tatsächlich verlaufen. Nimm dir Zeit.

Integriere deine Vulva mehr in dein Leben

Liebe sie. Vielleicht kaufst du dir eine Vulvatasse und schlürfst zu Ehren deiner eigenen Yoni den ersten Tee des Tages daraus. Oder du wählst Vulva-Ohrringe oder Vulva-Ketten, um der Aufmerksamkeit für deine eigenen Wunderwerke Ausdruck zu verleihen. Vielleicht schmückst du auch die Ecke, wo du dich an- und auskleidest mit einem Vulva-Kunstwerk oder das erste Fenster, aus dem du morgens hinausschaust, bekommt ein Vulva-Macrame? Gib ihr Raum.

Höre nach dem ersten Orgasmus nicht auf

Ich habe eine schlaue Frau mal sagen hören, dass es sich lohnt, nach dem ersten Orgasmus nicht aufzuhören. Denn jeder Höhepunkt, der danach kommt, ist gigantischer. Also, go for it. Vielleicht ist es ungewohnt, nach dem ersten Kommen weiter zu masturbieren, aber was danach alles so passiert, überrascht.

Netflix rüstet auf

Eine wirklich interessante Serie ist bei Netflix erschienen „the goop lab with Gwyneth Paltrow“. Folge 3 mit dem Namen „Das Vergnügen ist ganz meinerseits“ nimmt uns mit in einen Selbstbefriedigungs-Kurs mit Betty Dodson – „ein Workshop bei dem alle kommen“. Das klingt doch super, oder? Wenn sich die Welt wieder etwas öffnet, werde ich die Augen nach solchen Möglichkeiten offenhalten, Amber und mich dort anmelden und euch dann davon berichten.

Bis nächste Woche in der Hexenschmiede.

Deine Lara

Hörprobe zu Shy Fire bei: audible

P.S.: Viel Spaß beim Erforschen deiner Masturbations-Favoriten und wenn du Lust hast, dann lies mal hier rein: In diesem Textausschnitt aus „Trick or treat the King“ versucht Amber nach drei Jahrzehnten ohne einen Orgasmus endlich einen Höhepunkt zu bekommen. Sie hat einen Masturbationspakt mit sich selbst, muss aber einsehen, dass Zwang wohl nie zum erwünschten Ziel führt …

Ausschnitt aus „Trick or treat the King“ (auch enthalten im neuen Sexy Snack Sammelband)

»Das Gästezimmer«, sagt er und geleitet mich in einen Raum, der mich mit einem gigantischen Blick auf den Garten und einem großen Himmelbett empfängt. »Richte dich ein. Ich koche uns etwas.«
Ich drehe mich im Kreis und bestaune die gemütliche Einrichtung – hier werde ich mich sehr wohlfühlen. »Danke«, sage ich zu Nick und finde mich in einer spontanen Umarmung mit ihm wieder. Huch! 
Rasch will ich mich von ihm lösen, doch Nick hält mich fest. Ich spüre die kraftvollen Erhebungen seiner Muskeln unter meinen Fingern. O Lord, er ist aus Stein gemeißelt! Sein Geruch steigt mir in die Nase. Eine Mischung aus Aftershave und Mann, die meinen Puls beschleunigt. Ich stelle mir vor, wie ich langsam über seinen Hals lecke … Vater, vergib mir, dass ich ihn schon wieder nur als Sexobjekt sehe! Ich wende mich von ihm ab und öffne gespielt geschäftig den ersten Koffer. 
Ich spüre, dass er noch für einen Augenblick im Zimmer stehen bleibt. Doch dann zieht er sich zurück. »Ich hole dich, wenn ich fertig bin.« 
»Ist gut«, sage ich und blicke nicht mehr auf. Ich kann mir nicht vertrauen. Nick verführt mich zu schamlosen Gedanken und ihn jetzt anzusehen, hätte mir sicherlich die Röte in die Wangen getrieben. 
Als die Tür hinter ihm ins Schloss fällt, werfe ich mich stöhnend aufs Bett. Also wenn das Masturbieren jetzt nicht klappt, dann weiß ich auch nicht. Wild entschlossen krame ich das Gleitgel hervor und nehme es mit ins angrenzende Badezimmer. Dort lege ich ein Handtuch in die Badewanne, ziehe meine Hose und den Slip aus und steige in die wasserlose Wanne. Ich bin im Turnus wieder bei »Gleitgel nur mit Fingern« angekommen. Keine Hilfsmittel, keine anderweitige Stimulation, das sieht dieser Samstag laut Plan vor. Und so gebe ich das Feuchtigkeitsmittel auf meine Fingerspitzen, lege ein Bein auf den Rand und berühre vorsichtig meine Klitoris. Ich zucke zusammen, weil das Gel so kalt an meiner Perle ist, aber ich verteile es auf den Schamlippen. Ich schließe die Augen. Eine halbe Stunde wird Nick doch sicher zum Kochen brauchen? Ich schaue auf die Digitaluhr, die in den Spiegel eingelassen ist. Gleich sechs. Ich atme bewusst und fahre langsam mit den Fingern auf und ab. Ich versuche, das Gefühl der Abneigung auszublenden, das bei diesem Vorgang Besitz von mir ergreift. Ich starre auf die Fliesen, die antike Bad-Szenen zeigen. Dann fällt mein Blick auf mein Bein, das ich auf dem Rand abgelegt habe. Welche Lotion könnte ich ausprobieren, um die trockene Haut an den Schienbeinen loszuwerden? Und habe ich schon einen Termin für die Pediküre vereinbart? Hoffentlich arbeitet Susanna noch im Salon, sie war wirklich gut.
Fokus, Amber!
Ich konzentriere mich wieder auf die Selbstbefriedigung, merke aber, dass ich das Gefühl an meiner Klitoris schon unangenehm finde. Ich bin in dieser Region unheimlich schnell überreizt. Aber wie soll ich kommen, wenn ich mich nicht stimulieren kann? Ich stoße meinen Unmut mit einem Laut aus, der einem wütenden Mammut alle Ehre gemacht hätte, und lege eine Pause ein. Ich blicke zur Uhr hinüber. Fuck! Erst drei Minuten sind geschafft. Diese eine halbe Stunde im Monat kann so unfassbar lang werden. Unruhe packt mich. Ich will nicht aufgeben, aber es macht mich so unglücklich. Vielleicht werde ich für irgendetwas bestraft? Eigentlich glaube ich nicht an einen richtenden Gott, aber vielleicht hat eine böse Macht ihre Finger im Spiel. Es ist nicht so, als würde ich mich für die Ehe aufsparen. Einige meiner Beziehungen sind auch sexueller Natur gewesen. Aber gekommen bin ich bei keinem meiner Partner. Selbst wenn es sich mal richtig gut angefühlt hat, so hat es nie für einen Höhepunkt gereicht. 
Ich atme tief durch und lege meine kühlen Finger noch einmal an meine Scham. Es fühlt sich matschig und kalt an und ich spüre, wie sich mein Gesicht – von einem Hauch Ekel begleitet – verzieht. Warum werde ich so gequält? Es ist so frustrierend, dass ich nicht weiß, was mir gefällt. Das muss ich jetzt einfach mal sagen. Freche Tränen rinnen mir über die Wangen, während ich weitermache. Es ist furchtbar. 
Um halb sieben steige ich mit wackeligen Beinen aus der Badewanne. Eine verheulte Amber blickt mir aus dem Spiegel entgegen. Ruppig wasche ich mir den restlichen Mascara von den Wimpern und bändige meine blonden Haare in einem Pferdeschwanz. Dann hole ich meinen Kulturbeutel aus dem Koffer und überschminke die Spuren meines Versagens. 
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