Lustvolles Essen

Willkommen in der Hexenschmiede. Heute frisch aus dem Feuer:

Lustvolles Essen

5 Lebensmittel zur Steigerung der Libido

Welche Berührung ist intimer oder intensiver als die der Nahrung in unserem Inneren? Richtig, keine. Kein Wunder also, dass unser Essen so einen großen Einfluss auf uns hat, oder?

Wir essen, um zu überleben, aber wir essen auch, um uns zu spüren, um die Welt zu schmecken, um uns etwas zu gönnen, um etwas zu erfahren. Wie sauer ist diese Zitrone wirklich? Erinnerst du dich daran, wann du das letzte Mal in eine hineingebissen hast? An diese krassen Gefühle, die diese Zitrusfrucht in uns auslösen kann? Das hat viel mit Lust zu tun. Und in Bezug auf sexuelle Energie ist die Zitrone nur die Spitze des Eisberges, denn es gibt Kräuter, Früchte und Wurzeln, die unsere Libido tatsächlich zu steigern vermögen.

Sieh dir mal dieses Menü an

Zuerst reiche ich dir einen Paradiespunsch. Eine kühle Süßholzwurzelessenz mit rohem Honig und Nelken. Die verschiedenen Geschmacksnuancen explodieren auf deiner Zunge, als du einen Schluck davon nimmst. Ein Stöhnen kommt aus deiner Kehle, weil die süße sowie zugleich scharfe Würze des Punsches sich in deinem Mund verteilt.

Dann halte ich dir ein Sternenschiffchen hin. Eine halbe Kiwi in einem Kichererbsenmantel mit Zimtpanade. Die Kiwi bricht beim ersten Bissen weich und fruchtig aus ihrem salzig, zimtigen Mantel hervor. Deine Augen weiten sich. Ein Gaumenschmaus.

Als Zwischengang bekommst du eine einzelne Praline aus dunkler Schokolade mit einem flüssigen Kaffeekern von mir. Ein Prickeln zieht deinen Nacken hinauf, als die bittersüße Komposition der Geschmäcker über deine Zunge streicht.

Als nächstes: Feurige Unendlichkeitsspiralen. Du nimmst die rot gewürzten Kartoffelcurls am Spieß entgegen und probierst von der gebackenen Kartoffel, die in Chili gewendet worden ist. Die Schärfe treibt dir die Röte in die Wangen und du freust dich auf den ersten Löffel von dem goldgelben Honigeis, das ich dir nun über die Lippen streiche.

Spürst du es?

Essen ist so sinnlich, viel zu oft essen wir nur, um satt zu werden. Aber gerade der Süßholzwurzel, der Kiwi, den Kartoffeln und dem Honig sollten wir viel mehr Aufmerksamkeit schenken, wenn sie uns innerlich berühren. Denn diese Lebensmittel gelten als lustanregend. Materialisierte Verführung steckt den Legenden nach auch in Kaffee, Schokolade und Chili, aber wer hätte gedacht, dass auch Spargel dem Körper einheizen kann? Wenn du das nächste Mal Kartoffeln schälst, dann wirst du bestimmt an diesen Moment hier zwischen uns denken und vielleicht landet die unterschätzte Knolle ja jetzt viel öfter auf deinem Teller. Gönn sie dir.

Wenn du mehr über lustvolles Essen wissen willst, dann besuche die Hexenschmiede gerne wieder. Oder du liest mal in diesen Büchern weiter:

„Medical Food“ von Antony William

und

„Du bist eine Sünde wert“ aus dem esslinger Verlag

Das Menü stammt übrigens aus meinem Sexy Snack „The Rabbit’s Kiss – Die verruchte Party“ und da empfindet meine Protagonistin Lesley das Essen der libidosteigernden Dinge auch sehr intensiv. Vor allem, weil sie von ihrem Jugendschwarm Patrick gefüttert wird, der ihr immer noch den schüchternen Kopf verdreht. Das kannst du am Ende des Artikels gerne nachlesen.

Und hier noch ein Ratschlag aus meiner eigenen Hexenküche – der erste „Kraut und Rüben“-Tipp:

Ich liebe die Brennnessel. Derzeit nehme ich sie als Tinktur (einfach Brennnessel für 6 Wochen in hochwertigem, pflanzlichem Glycerin ansetzen). Aber auch als Tee trinke ich sie gerne. Mein Hexenherz schlägt dann höher, weil ich weiß, wie gut die Brennnessel meinen Haaren tut und wie sehr sie meine Nebennieren unterstützt.

Gönn dir Lust und streu deine ganz persönliche Magie darüber.

Bis nächste Woche in der Hexenschmiede.

Deine Lara

Ausschnitt aus „The Rabbit’s Kiss“ (auch zu hören als Freebie-Hörspiel)

„Gespannt beobachte ich, wie ein blonder junger Mann auf uns zukommt. Wie die anderen ist er in eine knappe Kellneruniform gekleidet. Die schwarzen und weißen Stoffe sind wirklich nicht üppig, sodass keine Frage offenbleibt, wie ansprechend er gebaut ist. Doch das registriere ich nur am Rande. Ich bin viel zu sehr davon eingenommen, dass sich Patrick aufgesetzt hat und sich unsere Schultern und Beine nun berühren. Ein Schauer überkommt mich, während der Kellner uns eine große Tasse überreicht. Eine Tasse …

»Wir müssen wohl teilen«, sagt Patrick und reicht mir das Porzellangefäß.

»Ein Paradiespunsch«, sagt der Kellner. »Eine kühle Süßholzwurzelessenz mit rohem Honig und Nelken.«

»Du zuerst.« Patrick schiebt die Tasse in Richtung meines Mundes hinauf.

Ich schaue ihn an, während ich einen Schluck trinke. Verschiedene Geschmacksnuancen explodieren auf meiner Zunge. Ein Stöhnen kommt aus meiner Kehle, als ich geschluckt habe. Beschämt schaue ich Patrick an. »Das schmeckt wirklich gut«, erkläre ich schnell und wische mir über die Lippen.

Er lächelt und beobachtet mich noch einen Augenblick. Dann trinkt auch er einen Schluck des süßen sowie zugleich scharfen und würzigen Paradiespunsches. Ein paarmal reichen wir die Tasse hin und her, dann ist sie geleert. Die Wärme der Süßholzwurzel erfüllt meinen Bauch.

»Interessant«, sagt Patrick und leckt sich über die Lippen. Er sieht mich an, seine blauen Augen strahlen. »Satt werde ich vom Paradiespunsch aber nicht.«

Genau in diesem Augenblick überreicht mir der Kellner einen Häppchenlöffel. »Ein Sternenschiffchen«, erklärt dieser. »Kiwi in einem Kichererbsenmantel mit Zimtpanade.«

Ich will mir das Sternenschiffchen in den Mund schieben, doch da unterbricht der blonde Mann mich und weist auf Patrick. Der macht große Augen und ich sehe wohl nicht weniger verblüfft aus.

Der Kellner will anscheinend sichergehen und sagt: »Sie füttern sich gegenseitig.«

Ich sehe mich um. Die anderen Paare reichen sich schon ihre Kiwihäppchen. Schmunzelnde Gesichter, stilles Kauen, zufriedene Laute. Ich schüttle mich innerlich. Mira hat ja angekündigt, dass diese Party zur Entfesselung der Lust gedacht ist. Doch das bringt mich in eine schwierige Lage. Patrick will sicher nicht von mir gefüttert werden. Der Spitzname, den er für mich nutzt, spricht Bände.

Doch entgegen meiner Gedanken sagt er genau in diesem Augenblick: »Na los, Lesley, ich verhungere.«

Und so tue ich es, führe ihm das Sternenschiffchen an die Lippen.

Er grinst und isst es. »Mhhh«, macht er beim Kauen. »Super gut.«

Der Kellner reicht ihm den nächsten Löffel. Ich weiß, es geht wahrscheinlich nur mir so, aber es wühlt mich auf, als ich mich nun zu Patrick lehne und meinen Mund ein Stück öffne. Ich schließe die Augen, kann ihn nicht ansehen. Dann spüre ich den kalten Stahl des Löffels an meinen Lippen. Die Kiwi bricht beim ersten Bissen weich und fruchtig aus ihrem salzig, zimtigen Mantel hervor. Ein Gaumenschmaus. So gut. Als ich die Augen wieder öffne, blicke ich direkt in Paddys amüsiertes Gesicht. »Lecker, oder?«, fragt er. »Warte.« Er fährt mit seinem Daumen über meine Unterlippe. »Du hast da ein bisschen Zimt.«

Hastig wische ich selbst noch einmal nach und merke, wie ich rot werde.

»Bekommen wir Nachschlag?«, fragt Patrick.

Der Kellner nickt. Und so reichen wir uns weitere Sternenschiffchen. Mit der Zeit fällt es mir leichter, mich von Patrick füttern zu lassen. Doch während es mich immer empfindsamer macht, frustriert es mich mehr und mehr. Er scheint dabei nämlich nichts Vergleichbares zu fühlen – im Gegenteil: Er spaßt, erzählt und ist vollkommen unbefangen. Er schenkt mir seine gesamte Aufmerksamkeit, aber bei ihm funkt es nicht. Patrick bleibt vollkommen cool.

Auch der Schokoladenzwischengang zergeht uns auf den Zungen, ohne dass Patricks Augen Feuer fangen. Ich bin allein mit meiner entfesselten Libido und das macht mich zusehends fertig. Am liebsten würde ich ihm in die Finger beißen, damit er endlich aufwacht und sieht, wie viel Überwindung es mich kostet, aus seiner Hand zu essen. Doch stattdessen nehme ich brav eine Praline nach der anderen von ihm an. Einmal kommt er mir ganz nahe und weist mich diskret auf das Paar neben uns hin, das eng umschlungen in den Decken liegt und sich mit schokoladenverschmierten Gesichtern küsst. Ich erschaudere. Wie sehr ich mir das wünsche! Ich wende mich von Patrick ab, um wieder zu Sinnen zu kommen. Da trifft mich ein anderer Blick. Mira, die mir gegenüber im Steinkreis sitzt und ihre Partnerin füttert, schaut mich interessiert an. Ob sie sieht, wie sehr ich leide? Sie winkt mir zu und ich winke leicht zögerlich zurück.

»Mira scheint dich zu mögen.« Patrick nimmt den nächsten Gang entgegen.

»Feurige Unendlichkeitsspiralen«, sagt der Kellner und reicht uns rot gewürzte Kartoffelcurls am Spieß.

Ich versuche erst gar nicht, selbst zu essen, sondern reiße ein Stück der Kartoffel ab und halte es Patrick hin.

»Du siehst traurig aus, Lesley«, sagt er plötzlich, ehe er mir den Happen aus den Fingern nimmt.

Die Überraschung muss mir ins Gesicht geschrieben stehen. Denn er lacht und sagt: »Schon gut. Du musst dich nicht erklären. Aber wenn ich etwas tun kann, damit du dich wohler fühlst, dann lass es mich wissen.«

Sieh mich, wie ich wirklich bin, denke ich. Doch das ist viel zu viel verlangt. Ich weiß, dass ich für andere Menschen wie ein verschlossenes Buch bin. Nur Cat und Lory können in mir lesen. Es ist unmöglich, dass Patrick auch nur im Ansatz ahnt, was in mir aufgrund seiner Nähe vorgeht. Nur einmal habe ich mich ihm in der Vergangenheit genähert. Das war vor neun Jahren. Kurz vor Halloween an meinem elften Geburtstag. Cat und ich beschlossen, dass man mit elf nicht zu alt für Süßes-oder-Saures ist und so zogen wir los. Mit prall gefüllten Eimern kehrten wir in unsere Straße zurück. Dort trafen wir auf eine Gruppe Jungs, die Cat und mich unserer Bonbons beraubten. Die Diebe kamen nicht weit, weil Patrick und Dean sie sich vorknöpften. Als Patrick mir damals den Eimer zurückgab, stellte ich mich auf die Zehenspitzen und hauchte ihm einen todesmutigen Kuss auf die Wange. Danach heulte ich drei Tage lang, weil ich wusste, dass dies wohl niemals wieder passieren würde, es sich aber so unglaublich gut angefühlt hatte. Sein Duft, seine Bartstoppeln, seine Wärme. Ich weiß in jedem Detail, wie es gewesen ist, Patricks Gesicht mit meinen Lippen zu berühren, und ich weiß auch noch, dass ich danach sekundenlang in seinem Blick versank. Wenn er damals nicht blind gewesen ist, muss er gesehen haben, wie mein elfjähriges Ich ihn angehimmelt hat.

»Willst du?«, fragt er und hält mir ein Stück Kartoffel hin.

Ich will. Doch als ich den Happen in den Mund nehmen möchte, zieht er ihn einfach weg. Einen Moment später lacht er laut los.

Ich bin zu perplex, um zu lachen. Er hält mir den Bissen erneut hin und ich öffne meine Lippen, um ihn zu schnappen. Doch wieder lässt er mich leer ausgehen. »Patrick!«, rufe ich und muss nun auch lachen.

Ehe er mir erneut diesen Streich spielen kann, erfasse ich seinen Arm und nehme mir, was ich begehre. Doch so leicht macht er es mir nicht. Er zieht die Hand weg und gemeinsam fallen wir auf seine Seite des Kissens. Halb liege ich auf ihm und kann die Kartoffel endlich erwischen. Während ich kaue, werden mir zwei Dinge bewusst. Die Kartoffel ist in Chili gewendet worden und ich liege auf Patricks königlichem Körper … Ich weiß nicht, was mir mehr einheizt. Aber ich spüre, dass mir beides die Röte in die Wangen treibt.

»Scharf?«, fragt Patrick, richtet sich mit mir auf und reicht mir das Wasser.

»Sehr«, keuche ich und spüle nach. »O mein Gott!« Ich schaue ihn an, den Mund ein Stück geöffnet. Es brennt! »Warum hast du mich nicht gewarnt?«

Er lacht. »Entschuldige. Ich esse viel scharf und bin wohl daran gewöhnt.«

Ich trinke einen weiteren Schluck und merke dann, dass er mir nahe kommt. Er hat eine Serviette in der Hand. Wie gebannt starre ich ihn an, während er mir die Stirn abtupft. Dabei nehme ich seinen männlichen Geruch wahr. So gerne würde ich mit der Nase näher an ihn heran, um alle Nuancen seines Duftes aufzunehmen. Stattdessen ziehe ich mich zurück und wische mir selbst über die Stirn.

In den nächsten Minuten schaffe ich es unter Lachen und Weinen, die Kartoffel zu essen. Die Fisch- und Hühnchenhäppchen danach sind weniger gefährlich. Aber als der Kellner mit dem Honig-Eis kommt, bin ich sehr dankbar, meinen immer noch erhitzten Mund zu kühlen.

»Das hat Spaß gemacht, kleine Schwester«, sagt Patrick und lehnt sich zurück.

Zum Glück sieht er nicht, wie mir die Gesichtszüge entgleisen. Mit dieser Anmerkung macht er erneut deutlich, dass sich die Hitze nur in meinen Eingeweiden abspielt. Aber wieso quält er mich mit diesem Spitznamen? Ich erwäge, ihm zu sagen, dass ich so nicht genannt werden will, als Mira Lita wieder auf sich aufmerksam macht: »Freunde, seid ihr bereit für Chasing Rabbit?«

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